Ein knapper Monat

Abgedreht! Heute haben wir aus Majuro (RMI) eine Kopie des gedrehten Materials zu unserer Produktionsgesellschaft „Studio Kalliope“ nach Potsdam (Germany) geschickt. Das kleine Päckchen im Video hat es in sich. Es enthält 8 Festplatten mit jeweils 5 TB Videomaterial und Audioaufnahmen, demnach 40 TB Daten und dazu einen HD-Proxy auf zwei weiteren Festplatten. Würde man alle Videoaufnahmen ohne Unterbrechung hintereinanderweg anschauen, bräuchte man mehr als zwei Wochen, haben wir mal ausgerechnet. Das Paket macht sich nun auf die Reise nach Hawai. Von dort aus erreicht es ein Postverteilungszentrum in den USA und dann fliegt es über den Atlantik in das kühle Europa, wo es ein DHL-Bote eines grauen Herbstmorgens in etwa einer Woche dann der Maria Kling am Gartenzaun in die Hand drücken wird. Gute Reise, kleines Paket! Mach’ keinen Mist.

 

 

Am 2. Dezember treten wir die Heimreise an. Die verbleibende Zeit werden wir für den Rohschnitt nutzen, für die Fertigstellung einiger Videos für diesen Blog und natürlich für die Vorbereitung unserer Abreise. Einen Großteil unseres Equipments lassen wir im Land. Wir stiften es den Gruppen, mit denen wir die Filmworkshops durchführten, so dass sie auch nach unserer Abreise weiter mit dem Medium Film arbeiten können.

Ein knapper Monat bleibt uns, um uns zu verabschieden von dieser friedlichen, freundlichen und immer sommerwarmen Welt. Es fällt uns schwer, Abschied zu nehmen. Besonders die Menschen, die wir in unserer gemeinsamen Arbeit kennenlernten, denen wir so nahe kamen, sie werden uns fehlen. Wir werden wohl bald zurückkommen müssen. Was sonst?

Perspektiven

In diesem Beitrag wollen wir Euch zwei ungewöhnliche Perspektiven auf die Marshall Inseln zeigen: Den Blick aus der Luft und den Blick unter die Oberfläche des Wassers.

Während des zweiten Weltkrieges waren die Marshall Inseln aufgrund ihrer geographischen Lage im Pazifik Schauplatz zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und Japan. Noch heute sind die Spuren davon sichtbar. So findet man auf und um die verschiedenen Atolle die Überreste von Bunkern und Kontrollzentren, gesunkene Schiffwracks und abgestürzte Flugzeuge. Das obere Foto zeigt die Ruinen japanischer Tanker auf der Insel Tarawa im Maloelap Atoll. Im Video seht ihr ein amerikanisches Flugzeugwrack (vermutlich ein kleiner Bomber), Während des zweiten Weltkrieges waren die Marshall Inseln aufgrund ihrer geographischen Lage im Pazifik Schauplatz zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und Japan. Noch heute sind die Spuren davon sichtbar. So findet man auf und um die verschiedenen Atolle die Überreste von Bunkern und Kontrollzentren, gesunkene Schiffwracks und abgestürzte Flugzeuge. Das obere Foto zeigt die Ruinen japanischer Tanker auf der Insel Tarawa im Maloelap Atoll. Im Video seht ihr ein amerikanisches Flugzeugwrack (vermutlich ein kleiner Bomber), das auf dem Grund der Lagune von Majuro liegt. Es ist zu einem künstlichen Riff für eine Vielzahl von Lebewesen geworden. Ironie der Zeit.

 

Wir bleiben in der Lagune von Majuro und werfen einen Blick auf die Insel Kolol En.

Es herrscht gerade Ebbe. Doch bei den verschiedenen hohen Flutständen liegen die bräunlichen, unbewachsenen Stellen des Atolls immer wieder ganz oder teilweise im flachen Wasser. Die grünen, bewachsenen Teile erheben sich nur etwas höher als die bräunlichen.

Ihr könnt euch leicht ausmalen, was hier geschieht, wenn der Meeresspiegel auch nur ganz wenig steigt.

Kolol En ist kaum besiedelt und ein beliebtes Ausflugsziel der Marshallesen. Wir haben euch dieses Video ausgesucht, weil Gebäude und Schutzbauten euch hier den Blick für das Wesentliche nicht verstellen können. Es gibt Grün. Es gibt Braun. Jetzt ist Ebbe. Bald kommt Flut. Ihr müsst nur hinschauen.

Gegenüber der kleinen Insel Kolol En, auf der anderen Seite der Lagune liegt – kein Stück höher als die grünen Teile von Kolol En – die große Majuro City, eine moderne Welt mit vielen Menschen, Wohnhäusern, Kindergärten, Schulen, zwei Universitäten, einem internationalen Flughafen, Rundfunkstationen, Bürogebäuden, Einkaufszentren, Fabriken – all das wird bislang von „Seawalls“ beschützt, die man von Zeit zu Zeit höher zieht.

Das gesamte Staatsterritorium der Republik der Marshall Inseln besteht aus flachen Korallenatollen.

Es gibt keine einzige Berginsel. Keinen Rückzugsraum. Was würdet ihr tun?

 

 

 

Stewards of the Environment

Eine Woche lang begleitete unser Teammitglied Christina Schulze ein Forschungsteam um den marshallesischen Wissenschaftler Mark Stege bei ihren Arbeiten auf dem Maloelap Atoll. Von dieser Woche hat sie euch einen kleinen Film mit dem Titel “Stewards of the Environment” mitgebracht, der euch bereits einiges von der Erzählart und den Stimmungen unseres zukünftigen Filmes zu verraten vermag.

Und ganz 13.070 Kilometer entfernt vom Maloelap Atoll komponierte der Potsdamer Musiker Marc Schicker ihrem Video beim Anschauen die Musik auf den Leib. Viel Spaß beim Ansehen und Anhören.

Die Arbeit des Forschungsteams um Mark Stege wurde ermöglicht durch „Unitarian Universalist Service Committee“ und die „Marshall Islands Conservation Society“.